Backpapier-Alternative: Fett, Silikonmatte oder Dauerbackfolie
Backpapier sieht aus wie Papier, ist aber beschichtet — und landet oft schon nach einmal Backen im Restmüll. Die wiederverwendbaren Matten und Folien sind allerdings selbst Kunststoff, eine davon aus der Stoffgruppe PFAS. Die einfachste Lösung ist die älteste.
Das Wichtigste in Kürze
Blech einfetten
Fett und etwas Mehl verhindern das Ankleben — nach Verbraucherzentrale Hamburg die umweltfreundlichste Art zu backen.
Backpapier mehrfach nutzen
Backpapier ist meist mit Silikon beschichtet. Abwischen und wiederverwenden; verbraucht gehört es in den Restmüll, nicht ins Altpapier.
Dauerbackfolie: meist PTFE
Folien aus Glasfaser sind in der Regel mit PTFE beschichtet, einem Stoff aus der Gruppe der PFAS. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät vom Neukauf ab.
Woraus Backpapier besteht
Backpapier ist Papier mit einer Antihaft-Beschichtung. „Die meisten bei uns angebotenen Backpapiere sind meines Wissens nach mit Silikon beschichtet“, sagt Manuel Fernández vom BUND im Gespräch mit der Stiftung Warentest. Das Problem aus seiner Sicht: „Silikon-Verbindungen sind biologisch schwer abbaubar.“
Was genau in einem Backpapier steckt, erfährt man beim Kauf nicht. Die Verbraucherzentrale Hamburg schreibt: „Für die bei der Produktion von Backpapier und Backmatten eingesetzten Materialien gibt es keine Kennzeichnungspflicht.“ Wer es wissen will, muss beim Hersteller nachfragen. Als bessere Wahl mit Blick auf Schadstoffe nennt sie unbeschichtetes Backpapier.
Wegen der Beschichtung ist Backpapier kein Altpapier. „Es gehört in den Restmüll“, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg, und das Verbraucherfenster Hessen ergänzt: Es kann „weder über den Papiermüll noch über die Biotonne entsorgt werden“.
Die einfachste Alternative: Fett und Mehl
„Fett, Mehl oder Paniermehl sind die besten Mittel, um das Ankleben von Gebäck am Backblech zu verhindern“, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg, und nennt diese Art des Backens zugleich die umweltfreundlichste. Das Blech wird mit Margarine oder einem hoch erhitzbaren Pflanzenöl eingepinselt, darauf etwas Mehl oder Paniermehl gestreut. Gebäck auf Oblaten wie Makronen oder Lebkuchen braucht gar keine Vorbereitung, denn die Oblaten verhindern das Ankleben.
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Auch der BUND rät im Gespräch mit der Stiftung Warentest: „Am besten fettet man das Backblech mit Butter oder Pflanzenöl ein.“ Die Verbraucherzentrale Bayern nennt außerdem Backbleche aus hitzebeständigem Glas oder mit Antihaftbeschichtung. Ist eine solche Beschichtung aus PTFE, gilt für sie, was weiter unten zur Dauerbackfolie steht.
Silikon-Backmatten
Backmatten aus Silikon halten nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern oft mehrere Jahre. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt sie „deutlich langlebiger als das altbekannte Backpapier“, sieht aber das Ende kritisch: „Silikon wird jedoch nicht recycelt und ist nicht biologisch abbaubar.“ Plastikfrei im engeren Sinn ist eine Silikonmatte also nicht, denn Silikon ist ein synthetischer Werkstoff. Derselbe Werkstoff begegnet einem in der plastikfreien Küche noch öfter: als Deckel zum Frischhalten und als Dichtring in Brotdose und Trinkflasche.
Gesundheitlich kommt es auf die Herstellung an. Silikon für Lebensmittel muss nach der Herstellung länger erhitzt werden, damit flüchtige Stoffe entweichen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt die Empfehlung des BfR wieder, Silikonelastomere sollen „nicht mehr als 0,5 % flüchtige organische Bestandteile abgeben“. In seiner Untersuchung von 60 Backutensilien aus Silikon im Jahr 2025 waren „54 Proben (90 %) unauffällig“; die Beanstandungen betrafen ausschließlich Backhelfer wie Pinsel und Teigschaber, nicht die Matten.
Woran man eine schlechte Matte erkennt: „Wenn eine neue Backmatte stark riecht, kann das ein Hinweis darauf sein, dass dieser Vorgang nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde“, so die Verbraucherzentrale Hamburg; eine solche Matte kann man reklamieren. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt, Silikonmatten vor dem ersten Gebrauch „eine Stunde bei 200°C im leeren Backofen zu erhitzen und danach gut zu spülen“.
Dauerbackfolie aus Glasfaser: PTFE und PFAS
Die zweite verbreitete Art wiederverwendbarer Unterlage ist die Dauerbackfolie aus Glasfaser. Das Verbraucherfenster Hessen unterscheidet „Dauerbackfolien aus Silikon und Dauerbackfolien aus Glasfaser mit einer Beschichtung aus Teflon (PTFE)“. PTFE steht für Polytetrafluorethylen und gehört nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) „chemisch zur Gruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS)“.
Beim Backen selbst sieht das BfR kein Gesundheitsrisiko. PTFE kann sich ab etwa 360 °C zersetzen; im Haushaltsbackofen „liegen die maximalen Temperaturen mit 250 °C deutlich unter den Werten, bei denen mit einer Freisetzung von Substanzen aus der Beschichtung zu rechnen ist“. Die Mengen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch übergehen können, sind nach BfR so gering, „dass gesundheitliche Beeinträchtigungen für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zu erwarten sind“. Der BUND sagt es ähnlich: „Bei üblichen Backtemperaturen in der Küche besteht keine Gefahr.“
Das Problem liegt am Anfang und am Ende. „Bei der Herstellung dieser Matten werden sogenannte PFAS freigesetzt, die Ihre Gesundheit und die Umwelt schädigen“, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg; „Daher raten wir vom Neukauf dieser Matten ab.“ Recycelt werden die Folien nicht, und beim Verbrennen entstehen erneut Schadstoffe. Die Verbraucherzentrale erklärt, warum: „Wenn PTFE bei weniger als ca. 1000 Grad Celsius verbrannt wird, werden PFAS freigesetzt.“ Das BfR verweist außerdem darauf, dass die Europäische Chemikalienagentur 2023 ein weitreichendes Verbot der Stoffgruppe vorgeschlagen hat.
Wer schon eine Dauerbackfolie besitzt, sollte sie nicht wegwerfen. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät: „Verwenden Sie die Matte möglichst lange, um Ressourcen zu schonen.“ Dabei die Höchsttemperatur des Herstellers einhalten und nicht mit dem Messer darauf schneiden, um die Beschichtung zu schonen.
Backpapier länger nutzen
Wer bei Backpapier bleibt, kann es mehrmals verwenden. Die Verbraucherzentrale Bayern schreibt, das mit Silikon beschichtete Papier könne mehrfach verwendet werden; „Ist es verschmutzt, brüchig oder dunkel verfärbt, gehört es in den Restmüll.“ Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt: „Krümel und leichte Verschmutzungen können Sie mit einem feuchten Lappen abwischen.“ Und: „Beachten Sie die auf der Packung angegebene Höchsttemperatur.“
Auch Backpapier, das als „kompostierbar“ verkauft wird, gehört nach Ansicht des BUND nicht in die Biotonne: „Die Hersteller sind nicht verpflichtet anzugeben, woraus ihr Backpapier besteht.“ Sein Rat: „Deshalb sollte jedes Backpapier vorsorglich im Restmüll entsorgt werden.“ Was „kompostierbar“ auf einem Etikett überhaupt bedeutet, steht auf der Seite Kompostierbar, biologisch abbaubar, Bioplastik.
Die Möglichkeiten im Vergleich
| Unterlage | Was dafür spricht | Worauf achten | Quelle |
|---|---|---|---|
| Blech einfetten, Mehl | kein Abfall, keine Beschichtung | hoch erhitzbares Öl oder Margarine | Verbraucherzentrale Hamburg, BUND |
| Oblaten | kein Vorbereiten des Blechs | nur für Gebäck wie Makronen, Lebkuchen | Verbraucherzentrale Hamburg |
| Backpapier (Silikon) | bequem, mehrfach nutzbar | Restmüll, nicht Altpapier oder Biotonne; Höchsttemperatur | VZ Hamburg, VZ Bayern, Verbraucherfenster Hessen |
| Silikon-Backmatte | hält oft mehrere Jahre | nicht recycelbar, nicht abbaubar; riecht sie stark, reklamieren | VZ Hamburg, LGL Bayern |
| Dauerbackfolie (Glasfaser, PTFE) | langlebig, beim Backen laut BfR kein Gesundheitsrisiko | PFAS bei Herstellung und Entsorgung; nicht neu kaufen, vorhandene lange nutzen | BfR, VZ Hamburg, Verbraucherzentrale |
Häufige Fragen zu Backpapier-Alternativen
Kurz beantwortet — jede Antwort stützt sich auf die Quellen unten.
Quellen
- Verbraucherzentrale Hamburg: Weihnachtsplätzchen: Backen mit Butter, Backmatte oder Backpapier?, Stand 06.12.2024. Abgerufen am 27.09.2026.
- Stiftung Warentest: Nachhaltig backen: Warum Sie lieber auf Backpapier verzichten sollten (Interview mit Manuel Fernández, BUND), 21.11.2024. Abgerufen am 27.09.2026.
- Verbraucherzentrale Bayern: Sind Backmatten besser als Backpapier?, Stand 30.11.2023. Abgerufen am 27.09.2026.
- Verbraucherfenster Hessen: Backpapier oder Dauerbackfolie: Welche Vorteile hat die wiederverwendbare Alternative?, ohne Datum. Abgerufen am 27.09.2026.
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL): Backutensilien aus Silikon – Untersuchungsergebnisse 2025, 20.11.2025. Abgerufen am 27.09.2026.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Geschirr mit PTFE-Antihaftbeschichtung: Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht zu erwarten, FAQ vom 02.07.2025. Abgerufen am 27.09.2026.
- Verbraucherzentrale Bundesverband: Pfannen und PFAS: Wie gefährlich ist die Teflon-Beschichtung?, Stand 14.09.2026. Abgerufen am 27.09.2026.
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