Kaffee und Tee ohne Plastik: Kapsel, Filter, Teebeutel
Beim Kaffee entsteht der meiste Abfall in der Kapsel, beim Tee im Beutel. Beides gilt seit August 2026 rechtlich als Verpackung — und das ändert, wohin es gehört. Ohne Abfall je Tasse geht es mit Kanne, Filter und losem Tee.
Das Wichtigste in Kürze
Ohne Einwegteil brühen
French Press, Espressokocher, Handfilter oder Vollautomat: Übrig bleibt nur der Kaffeesatz, und der darf in die Biotonne.
Kapseln: nie in die Biotonne
Auch nicht die „kompostierbaren“. Geleert gehört die Kapsel als Verpackung in die gelbe Tonne, mit Kaffeesatz nur, wenn der Hersteller am dualen System teilnimmt — sonst in den Restmüll.
Loser Tee statt Beutel
Ein Sieb oder Tee-Ei aus Edelstahl ersetzt den Beutel. Die Zahl von Milliarden Plastikteilchen aus Teebeuteln hält das BfR für deutlich zu hoch.
Was sich seit August 2026 geändert hat
Ob eine Kaffeekapsel oder ein Teebeutel eine Verpackung ist, war lange umstritten. Seit dem 12. August 2026 ist es geregelt: Die EU-Verpackungsverordnung zählt sie dazu. Das Umweltbundesamt nennt „durchlässige Tee- oder Kaffeebeutel oder Beutel für andere Getränke“ sowie Einzelportionen für Maschinen, „z.B. Kaffeekapseln“.
Für die Entsorgung gilt damit die Regel für Verpackungen. Leere Verpackungen gehören in die gelbe Tonne, den gelben Sack oder die Wertstofftonne; laut Umweltbundesamt „dürfen nicht im Restmüll, der Biotonne oder gar in der Natur entsorgt werden“. Für nicht geleerte Verpackungen verweist das Amt auf die örtlichen Entsorger, „d.h. grundsätzlich im Restmüll“. Leer ist eine Verpackung, „wenn der Inhalt bestimmungsgemäß ausgeschöpft ist“.
Eine Ausnahme betrifft Tee und Filterkaffee: In die Biotonne dürfen laut Umweltbundesamt „aufweichende und biologisch abbaubare Brühhilfen für Tee und Kaffee wie Teebeutel und Kaffeepads“. Ab dem 12. Februar 2028 müssen solche Beutel und Pads nach der Verordnung „industriell kompostierbar sein“.
Kaffee ohne Kapsel
Wer Bohnen oder gemahlenen Kaffee kauft, hat pro Tasse keine Verpackung. Die Bremer Umwelt Beratung nennt die Stempelkanne als einfachsten Weg: „Mit der Drückerkanne lassen sich sowohl Tassenportionen als auch größere Portionen ohne Abfall schnell und unkompliziert herstellen.“ Auch klassischer Filterkaffee und Maschinen mit Mahlwerk erwähnt sie; über Kapselmaschinen schreibt sie, dass sie „viel Müll“ produzieren. Das passt zur ersten Regel im Bereich Plastikfreie Küche: erst nehmen, was da ist — bevor etwas Neues gekauft wird.
- French Press (Stempelkanne): Glas oder Edelstahl, ein Metallsieb, kein Papierfilter.
- Handfilter: aus Porzellan, Glas oder Edelstahl. Eine Filtertüte aus Papier samt Kaffeesatz darf nach der Liste des Bundesumweltministeriums in die Biotonne; ein Dauerfilter aus Edelstahl spart auch die Tüte.
- Espressokocher: aus Edelstahl oder Aluminium, ohne Papierfilter und Kapsel.
- Vollautomat oder Siebträger: mahlen ganze Bohnen; übrig bleibt der Kaffeesatz.
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Espressokocher aus Aluminium hält das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für unbedenklich im Gebrauch: „Bei der ersten Benutzung von Espressokochern aus Aluminium bildet sich eine Schutzschicht, die mögliche Übergänge von Aluminium weitgehend reduziert.“ Das BfR sieht keinen Anlass, von der Verwendung abzuraten, empfiehlt aber: „Es ist jedoch empfehlenswert, diese Espressokocher nicht in der Spülmaschine zu reinigen.“ Die Spülmaschine kann die Schutzschicht entfernen.
Kapseln: Aluminium, Kunststoff, „kompostierbar“
Nach einer Schätzung der Deutschen Umwelthilfe, die die Bremer Umwelt Beratung wiedergibt, landen in Deutschland jährlich rund 2,8 Milliarden Kapseln im Abfall. Aus Aluminium sind sie innen lackiert; das BfR schreibt dazu: „Hier ist nicht mit einem Übergang von Aluminium in das Getränk zu rechnen.“ Das Problem der Kapsel ist der Abfall, nicht der Kaffee.
Wohin mit der gebrauchten Kapsel? Nicht in die Biotonne — das Bundesumweltministerium führt „Kaffeekapseln aus Aluminium oder Kunststoff (auch zertifiziert biologisch abbaubar oder als kompostierbar gekennzeichnet)“ ausdrücklich unter dem, was nicht hineingehört. Ob die Kapsel samt Kaffeesatz in die gelbe Tonne darf, hängt am Hersteller. Die dualen Systeme, die die gelbe Tonne betreiben, schreiben auf ihrer Seite Mülltrennung wirkt: „Kaffeekapseln, die am dualen System teilnehmen, werden in der Gelben Tonne/ im Gelben Sack oder in der Wertstofftonne entsorgt.“ Ihr Rat: „Frag am besten den Hersteller, ob er seine Kapseln am dualen System beteiligt.“ Die Verbraucherzentrale NRW sieht es genauso: Manche Anbieter haben ihre Kapseln für die gelbe Tonne lizenzieren lassen, „um dies genauer zu wissen, müsste man den Anbieter aber fragen“; ohne diese Teilnahme gehört die volle Kapsel in den Restmüll. Das passt zur Regel des Umweltbundesamts, nach der nicht geleerte Verpackungen nach den Hinweisen der örtlichen Entsorger „grundsätzlich im Restmüll“ landen. Immer richtig ist: Kaffeesatz in die Biotonne, die leere Kapsel in die gelbe Tonne.
„Kompostierbare“ Kapseln lösen das Problem nicht. „Verpackungen, auch solche aus biologisch abbaubaren Kunststoffen, dürfen deshalb nicht über die Bioabfalltonne entsorgt werden“, schreibt das Umweltbundesamt. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat 2022 bei allen Stadt- und Landkreisen im Land nachgefragt: „Nur in einem der 35 Landkreise, die sich auf die Anfrage zurückgemeldet haben“, durften als kompostierbar beworbene Produkte wie Kaffeekapseln mit in den Bioabfall. Was „kompostierbar“ auf einem Etikett bedeutet, erklärt die Seite Kompostierbar, biologisch abbaubar, Bioplastik.
Wer bei der Kapselmaschine bleibt, kann nachfüllbare Kapseln aus Edelstahl verwenden. „Vielversprechende Alternativen sind Mehrwegkapseln“, schreibt die Bremer Umwelt Beratung.
Teebeutel und Mikroplastik
2019 berichtete eine Studie (Hernandez et al.), ein einziger Teebeutel aus Kunststoff setze beim Aufgießen mit 95 °C heißem Wasser rund 11,6 Milliarden Mikroplastikteilchen frei. Die Zahl ging durch viele Medien. Das BfR hat die Studie geprüft und eigene Versuche gemacht; sein Ergebnis steht in einer Mitteilung vom August 2025.
Danach liegen die Zahlen für Teilchen über einem Mikrometer „vermutlich um zwei bis drei Größenordnungen zu hoch“. Der Großteil der gezählten Teilchen sei gar kein Mikroplastik, sondern gelöste Nebenprodukte aus der Kunststoffherstellung, die beim Trocknen der Probe ausgefallen seien. In den eigenen Versuchen fand das BfR zwischen 5.800 und 20.400 Teilchen über einem Mikrometer je Beutel, und die stammten überwiegend von der Oberfläche des Beutels, nicht aus dem Material selbst. Gesundheitlich schreibt das BfR: „Belege für schädigende Auswirkungen von Mikroplastikpartikeln auf die menschliche Gesundheit liegen nicht vor.“ Es fügt aber hinzu, dass wegen der unzureichenden Datenlage noch keine abschließende Bewertung möglich ist.
Wer Teebeutel aus Kunststoff meiden will, braucht keinen Beutel: loser Tee in einer Kanne mit Sieb oder in einem Tee-Ei aus Edelstahl. Mehr zu Mikroplastik im Alltag steht auf der Seite Mikroplastik im Haushalt.
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Wohin mit dem Teebeutel? Teebeutel aus Papier fallen unter die Ausnahme für Brühhilfen und dürfen in die Biotonne; das Bundesumweltministerium nennt „Teebeutel, Teereste“ in seiner Liste. Die Verbraucherzentrale Hamburg schränkt für Hamburg ein: „Teesatz und Teebeutel ohne Kunststoff“. Ein Beutel aus Kunststoffgewebe gehört also nicht hinein. Wie sich Kaffeesatz und Teebeutel ohne Plastikbeutel sammeln lassen, steht auf der Seite Müllbeutel ohne Plastik.
Die Möglichkeiten im Vergleich
| Zubereitung | Was übrig bleibt | Wohin damit | Quelle |
|---|---|---|---|
| French Press, Espressokocher, Vollautomat | Kaffeesatz | Biotonne | Bundesumweltministerium, Bremer Umwelt Beratung |
| Handfilter mit Papierfilter | Filtertüte mit Satz | Biotonne | Bundesumweltministerium |
| Kaffeepad (Papier) | Pad mit Satz | Biotonne (Ausnahme für Brühhilfen) | Umweltbundesamt |
| Kapsel aus Aluminium oder Kunststoff | Kapsel mit Satz | nie Biotonne; geleert gelbe Tonne; voll gelbe Tonne nur, wenn der Hersteller am dualen System teilnimmt, sonst Restmüll | Bundesumweltministerium, Mülltrennung wirkt, VZ NRW, Umweltbundesamt |
| „Kompostierbare“ Kapsel | Kapsel mit Satz | nicht Biotonne, wie jede Kapsel | Umweltbundesamt, VZ Baden-Württemberg |
| Mehrwegkapsel aus Edelstahl | Kaffeesatz | Biotonne | Bremer Umwelt Beratung |
| Teebeutel aus Papier | Beutel mit Tee | Biotonne; in Hamburg nur ohne Kunststoff | Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium, VZ Hamburg |
| Loser Tee mit Sieb oder Tee-Ei | Teereste | Biotonne | Bundesumweltministerium |
Häufige Fragen zu Kaffee und Tee ohne Plastik
Kurz beantwortet — jede Antwort stützt sich auf die Quellen unten.
Quellen
- Umweltbundesamt: Fragen und Antworten: Verpackungen und Verpackungsabfälle, aktualisiert 28.08.2026. Abgerufen am 27.09.2026.
- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN): Was gehört in die Biotonne?, Stand 08.03.2024. Abgerufen am 27.09.2026.
- Bremer Umwelt Beratung: Umwelttipps Haushalt & Wohnen: Kaffeekapseln, ohne Datum. Abgerufen am 27.09.2026.
- Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Nicht für die Biotonne!, Stand 06.02.2026. Abgerufen am 27.09.2026.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten. Abgerufen am 27.09.2026.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): BfR bewertet Studie zu Teebeuteln und Mikroplastikpartikeln, Mitteilung 029/2025 vom 05.08.2025. Abgerufen am 27.09.2026.
- Verbraucherzentrale Hamburg: Was gehört in den Biomüll – und was nicht?, Stand 22.05.2026. Abgerufen am 27.09.2026.
- Mülltrennung wirkt (Initiative der dualen Systeme): Was gehört in welche Tonne: So trennst du Müll richtig, ohne Datum. Abgerufen am 27.09.2026.
- Verbraucherzentrale NRW: Beispiele für Verpackungsmüll: Was gehört in welche Tonne?, Stand 06.07.2026. Abgerufen am 27.09.2026.
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